Musik-Business: Wegfall des Kopierschutzes als Umsatzkatalysator?
April 2, 2007 – 9:40 pmApple und IPOD sind die ersten, die der illegalen Musik-Download-Szene offensiv den Kampf ansagen. So wird Apple künftig die Musik-Titel der EMI-Gruppe nur noch ohne irgendeinen Kopierschautz (DRM = Digital Right Management) anbieten. Musik-Titel ohne DRM werden bei Apple künftig 30 Cent teuer (also: 1,29 EUR) angeboten. Preise für Alben sollen von der Preiserhöhung zunächst nicht betroffen sein.
Bereits aktuell kann sich die Musikbranche über die positive Entwicklung des Marktes sehr freuen. Wie der Branchenverband Bitkom prognostiziert, werden im Jahr 2007 mehr als 30 Millionen heruntergeladene Einzelsongs und Alben den Umsatz auf rund 60 Miollionen Euro Umsatz hochschrauben.
Musik- und Filmindustrie sind aktuell noch sehr zurückhalten was den Wegfall von DRM angeht. EMI ist da wirklich als eine Art First Mover zu sehen, der sich durch das Aufheben des Kopierschutzes weitere Umsatzsprünge erhofft.
Ich bin auch der Meinung, dass es längst angebracht war, offensiv den illegalen Musik- und Filmdownloads den Kampf anzusagen. Das Bewußtsein in unserer Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das Internet wird nicht nur noch als eine kostenlose Plattform gesehen. Es entwickelt sich vielmehr sukzessive zu einem anerkannten virtuellen Marktplatz, der dem Internet-User mehr Transparenz und Servicemöglichkeiten bietet als die klassische Offline-Welt. Internet-Shopper sind immer mehr bereit, monetäre Mittel über das Internet in Produkte und Dienstleistungen zu stecken.
Aus meiner Sicht sollte EMI ein Vorbild für die gesamte Musik- und Filmindustrie sein. Vor allem der Bereich Video-on-Demand, der in der letzten Zeit immer mehr aus den Tiefen des WorldWideWeb zum Vorschein kam, könnte sich mit entsprechenden Maßnahmen rasant weiterentwickeln.
Die weitere Entwicklung sollten wir mit Spannung abwarten. Genauso bleibt abzuwarten, ob der Wegfall des Kopierschutzes sich positiv auf den Umsatz auswirken wird.